Blumen des Bösen?

Lust oder Verlust?

Ein modernes Mysterienspiel. Rotkäppchen pflückt Blumen und geht eigene Wege: Lust. Doch dann wird es von Schuldgefühlen aufgefressen , die sich als Großmutter verkleiden: Verlust. Eine Parabel auf innere Dogmen, die das Leben verleiden. Und der Jäger? Zum Glück gibt es ein Happy End.

Hörspielversion

Trailer:

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https://youtube.com/watch?v=TDSZW9d0nPU

 

Rotkäppchen

Die griechische Antike kennt den Mythos der blumenpflückenden Persephone, die von Hades, dem Gott der Unterwelt, geraubt wird.

Nach dem Psychoanalytiker Bruno Bettelheim geht es in diesem Märchen um den Widerspruch zwischen Lust- und Realitätsprinzip. Es ist auch möglich, den Weg Rotkäppchens von der Mutter zur Großmutter als sexuelle Initiation zu interpretieren. (Wikipedia)

Für den Psychiater Wolfdietrich Siegmund ermutigt das Märchen zum Durchhalten, wo man sich selbst nicht befreien kann, obwohl man nicht schuld ist. (Wikipedia)

Lust oder Verlust?

Die Performance zeichnet nach, wie Lust durch Dogmen zu Verlust wird. Rotkäppchen glaubt, sie sei schuldig, weil sie ihrer Lust folgt und Blumen pflückt. Eine ähnlich merkwürdige Zuordnung wie im Dogma von der Erbsünde, das kurzerhand alle Menschen für schuldig erklärt, weil Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen.

Dieses Dogma hat in knapp zweitausend Jahren seine Spuren in der Geschichte hinterlassen. Westliche Gesellschaften haben unbewusste Schuldgefühle in den Knochen. So nimmt es nicht wunder, dass auch die Ökonomie von heute den Menschen weismacht, sie seien etwas schuldig. Das mächtigste Dogma heutzutage heißt Wirtschaftswachstum.

In einer Wirtschaft, die nur funktioniert, wenn sie ständig wächst, bleibt man immer etwas schuldig. Nie ist es genug. Aus der Erbsünde wird der Leistungsdruck des Kapitalismus. Für Lebensfreude und Lust hat das verheerende Folgen. Nicht nur Rotkäppchen wird aufgefressen von Arbeit, Verpflichtungen und Stress.

Zum Glück hat das Märchen ein Happy End. Rotkäppchen entkommt der Mühle, geht wieder eigene Wege und pflückt Blumen. Die Lust kehrt zurück.

Die Performance ist Teil eins der Trilogie “Leave Paradise”.

Presse:

“Beinahe faustisch zog Simon Weiland durch Religion, Philosophie und die Errungenschaften der modernen Zivilisation.” (Südkurier Stockach 2018)

“Kühne Assoziationen, Wortspiele und Gedankensprünge. Der Performer ist mal ein komischer, mal Gänsehaut erzeugender Sprachkünstler, der in keine Schublade passt.”  (Fuldaer Zeitung 2016)

“Man hätte eine Stecknadel fallen hören. Mucksmäuschenstill lauscht das Publikum Simon Weilands Reflexionen zum Märchenklassiker. Allein die Intensität, mit der Simon Weiland in blitzschnellem Wechsel das brave Rotkäppchen, den bösen Wolf oder den ewig prüfenden Gott mimt, hält die Gäste in Atem. Intensiv und irritierend.” (Südkurier Konstanz 2013)

Auszug:

Der Kardinalfehler