friss, vogel, oder stirb!

Hotel Mama forever?

Ein modernes Mysterienspiel. Hänsel will nicht aus dem Hotel Mama in die Eigenständigkeit vertrieben werden. Er wird im goldenen Käfig gefüttert – von einer Hexe! Eine Parabel auf Mechanismen der Bevormundung im Informationszeitalter. Und Gretel?

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Trailer:

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https://youtube.com/watch?v=glHcoNgw24U

Hänsel und Gretel

Die eine Mutter setzt ihre Kinder im Wald aus (ab der 2. Auflage von Grimms Märchen heißt es “Stiefmutter”). Die andere päppelt die Kinder, bis sich herausstellt, dass sie eine Hexe ist. Was sind das für Mutterbilder? Doch trotz dieser “Rabeneltern” ist dieses Märchen äußerst populär.

Vielleicht, weil es um tief existentielle Fragen geht: Schlaraffenland vs. Mangel, Regression vs. Progression. Raben sind sehr fürsorgliche Eltern, nicht nur so lange ihre Jungen klein sind. Sobald sich die Kinder anschicken, flügge zu werden, werfen ihre Eltern sie aus dem Nest: Nesthocker bleiben oder fliegen lernen?

Hotel Mama forever?

Die Performance zeichnet einen Prozess der Entfremdung nach. Seit in den drei Buchreligionen das geschriebene Wort mehr gilt als die eigene Erfahrung, verlieren Menschen das Vertrauen in ihre innere Stimme. Mit Buchdruck und Industrialisierung beginnt die massenhafte Verbreitung von Medien bis hin zur Digitalisierung.

Was zunächst wie ein Schlaraffenland aussieht, entpuppt sich als Hexenküche. Fake News treiben ihr Unwesen, weil immer mehr Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieren und lieber Experten und Gurus glauben als sich selbst. Mediale Bemutterung! Eine ganze Gesellschaft im Zustand der Regression.

Sich bevormunden lassen oder mündig werden? Hänsel und Gretel gelingt es, der Hexe zu entkommen, weil Gretel schließlich handelt. Indem sie sich nicht mehr von außen bestimmen lässt, sondern auf die eigene innere Stimme hört, wird sie wieder handlungsfähig. Das überträgt sich nicht nur auf Hänsel…

Die Performance ist Teil zwei der Trilogie “Leave Paradise”.

Presse:

“Wenn Simon Weiland in Sprache schwelgt, mit ihr jongliert – ist das kein Spiel. Dann werden dem Zuhörer verblüffende Zusammenhänge klar.” (Südkurier Stockach 2019)

“In seinen großen Momenten entfaltet “Leave Paradise” eine ungeheure Wucht.” (Südkurier Konstanz 2017)

“Weiland nimmt die Vielschichtigkeit der Märchen auf und verdeutlicht an ihnen die Komplexität des Lebens und des Todes: ‘Auch wer die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, wird einst den Löffel abgeben’.” (Gelnhäuser Neue Zeitung 2016)

Auszug:

Das Schlaraffenland

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