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Eiserne Beherrschung?

Eine Adaption von Grimms Märchen „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“. Eiserne Beherrschung? Der Frosch ist der Schatten eines selbstherrlichen Königs. Dieser verdrängt seine dunkle Seite, solange seine Tochter sich für ihn beherrscht. Schließlich handelt sie. Eine Parabel auf den Machbarkeitswahn der Moderne, der die Welt an die Wand fahren würde. Doch dann wird der Froschkönig an die Wand geknallt und alles wird gut.

Nächste Aufführungen:

01.10.20 Eigeltingen, Blumencafé Mandy Schaale, 18.00 Uhr

Hörspielversion

Trailer:

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https://youtube.com/watch?v=qmqNN3xwzdc

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Ein ganz besonderes Märchen. Es ist das erste in der Sammlung der Brüder Grimm und dementsprechend exponiert. Auch ein Zusatztitel (der eiserne Heinrich) kommt in der Sammlung nur einziges Mal vor. Von der Mär, dass die Prinzessin den Frosch küsst, ist im Märchen dagegen keine Rede. Ganz im Gegenteil: er wird erlöst, indem er an die Wand geknallt wird.

Auf Wikipedia wird diskutiert, dass es sich für die Prinzessin um eine sexuelle Initiation handeln könnte, weil sie sich von ihrem Über-Ich (dem Vaterkönig) emanzipiert. Doch wofür steht der Frosch?

Eiserne Beherrschung

Die Performance zeichnet eine Begegnung mit dem Schatten nach. Zweitausend Jahre “Machet euch die Erde untertan!”, vermeintliche Herrschaft über die Natur, Kontrollillusion und Hybris (“Die Titanic ist unsinkbar!”) haben Schattenseiten: Treibhauseffekt und Klimawandel. Es ist zu heiß. Wo ist Kühlung zu finden?

Die Königstochter geht an den kühlen Brunnen im dunklen Wald und begegnet dem Schatten ihres Vaters: ein Frosch, der den Preis für die Allmachtsphantasien des Vater-König-Patriarchats bezahlt. In seiner kleinkindhaften Bedürftigkeit stößt der Frosch die Königstochter ab. Doch ihr Vater zwingt sie dazu, sich eisern zu beherrschen und dem Frosch zu willfahren. Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte: das patriarchale Paradies des Königs bleibt bestehen.

So nimmt es nicht wunder, dass Ende des 19. Jahrhunderts der Topos der froschküssenden Prinzessin aufkommt: die Herrschaftsverhältnisse werden subtil untermauert.

Im Märchen ist die Königstochter nicht so brav. Sie wird böse und knallt den Frosch an die Wand: aus dem Frosch wird ein Prinz. Es ist die Begegnung mit der eigenen Schattenseite, die Wandlung bringt. Der alte König dankt ab. Natur und Mensch atmen auf. Und die Königstochter hat im Königssohn einen Partner auf Augenhöhe.

Die Performance ist Teil drei der Trilogie “Leave Paradise”.

Presse:

“Mit einer packenden Montagetechnik aus dutzenden Gedankensprüngen und Verknüpfungen brachte Weiland eine ganz neue Form des Theaterspielens auf die Bühne.” (Südkurier Radolfzell 2019)

Auszug:

Der Frosch

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