Arm und Reich

Krisen allerorten: Zeichen einer Transformation? Nur wer etwas hat, kann auch darauf verzichten. Macht und Besitz sind Werte einer alten Welt. Am Horizont taucht Neues auf.

Vom Fischer und keiner Frau

Im Gegensatz zum Märchen gibt dieses Stück nicht der Frau die Schuld an der Gier, die uns in diese Krisen geführt hat. Vielmehr ist es gerade das Fehlen des Weiblichen in der patriarchalen Welt, dass Hierarchien, Kriege und schließlich Imperien entstehen, die nie genug kriegen.

Das geistige Klima

Im Märchen wird das Wetter durch die ständige Expansion immer extremer: Klimawandel. Welches geistige Klima liegt dem zugrunde? Das Märchen gibt darauf Antwort: eine unersättliche Gier verändert das Klima dramatisch.

“Arm und Reich” beschäftigt sich mit der Entwicklung des geistigen Klimas von heute und greift dabei weit in die Menschheitsgeschichte zurück. Etwa seit der Bronzezeit werden Menschen von einem Mangelbewusstsein beherrscht, das sie auch in der Fülle des Lebens nicht zufrieden sein lässt: nie ist es genug, nie reicht es. Sie lassen sich immer wieder auf etwas heiß machen, um darauf hinzufiebern. Eine aufgeheizte, überhitzte Atmosphäre.

Es hängt vom eigenen Bewusstsein ab, ob etwas als Mangel oder als Fülle empfunden wird. Das eigene Bewusstsein ist vielleicht der einzige Bereich, den ein Mensch wirklich beeinflussen kann. Das geistige Klima lässt sich ändern. Vielleicht ist gerade auch ein inneres Abkühlen ein Beitrag zum Klimaschutz.


Presse:

“Gesellschaftskritik, die Herz und Verstand trifft.” (Südkurier Stockach 2019) https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/stockach/Auftritt-mit-viel-Charisma-Simon-Weiland-macht-eine-Lesung-zu-einem-Ein-Mann-Musiktheater;art372461,10179373

“’Arm und Reich‘ ist ein politisches Stück mit offenem Ende: Menschen haben die Wahl, wie sie leben wollen.” (Fuldaer Zeitung 2019) https://weltexpresso.de/index.php/kulturbetrieb/17273-von-dem-fischer-und-syner-fru_559


Libretto:

Uraufführung: 09.12.18 im K9 Konstanz
Text und Musik © 2021 Simon Weiland, außer:

„Willst du immer weiter schweifen“ Text: J.W. von Goethe / Musik: Joseph Haydn

Literatur:

Caspers, Claus: Inneres statt äußeres Wachstum.
Harari, Yuval Noah: Eine kurze Geschichte der Menschheit.
Seghezzi, Ursula: Macht. Geschichte. Sinn. Was uns mitteleuropäische Mythen, Sagen und Bräuche über unsere Zukunft erzählen.

Mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Konstanz