Ein starkes Stück


Vorstellungen

Die Vorstellung beginnt! Warum kommt es im Leben immer wieder zu Dramen und Szenen? Machen die eigenen Vorstellungen so ein Theater? Sind Bretter, die die Welt bedeuten, ein Brett vorm Kopf?

In dieser Parabel auf den menschlichen Geist versucht ein Regisseur, einen Schauspieler in die Opferrolle zu drängen. Doch diesem gelingt es, sich von solchen Vorstellungen zu lösen.

Besitz und Besessenheit

Die Sesshaftwerdung des Menschen in der Jungsteinzeit war eine Revolution ohnegleichen. Durch den Ackerbau veränderte sich das Leben grundlegend. Heutige Forscher sehen das nicht nur positiv. https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_kurze_Geschichte_der_Menschheit Die Landwirtschaft führte zu Besitz. Die Problematik dieser Umwälzung wird schon in der Bibel diskutiert: weil der Ackerbauer Kain sich nicht mehr von Gott geliebt fühlt, erschlägt er den Nomaden Abel.

Dem liegt eine psychische Struktur zugrunde, die über die Jahrtausende hinweg bis heute wirksam ist: wer besitzt, wird besessen. Die Performance zeichnet nach, wie stark auch das Leben des modernen Menschen von diesem Komplex beherrscht wird.

Gesellschaftliche Vorstellungen

Besitz, Sorge, Klage, Prestige. In modernen Gesellschaften sind diese Vorstellungen, worum es im Leben zu gehen hat, sehr hoch angesehen. Wir sind wie besessen davon. In der Performance wird der Weg zu dieser Besessenheit beschrieben: wie aus Besitz Angst wird, die zu immer mehr Klagen führt. All dies wird schließlich durch Prestige kompensiert: ein Hamsterrad, in dem es wenig Raum für das Du gibt. Der Platz ist besetzt bzw. besessen.

Die Vorstellungen verlassen

Von Geburt an wachsen wir in gesellschaftliche Normen hinein. Sie sind wie der Regisseur des Lebens: dem Schauspieler wird eine Rolle zuteilt und vorgeschrieben, wie diese zu interpretieren sei: eine „Anleitung zum Unglücklichsein“ (Paul Watzlawick). Solange der Schauspieler sich mit der Opferrolle identifiziert, hat er keine Chance, jemals sein eigenes Leben zu leben. Doch es gibt auch die Möglichkeit, die Identifikation zu lösen und die eigene Identität zu finden: aus der Rolle fallen, die Vorstellung verlassen und das Leben selbst in die Hand nehmen.

Die Performance kam das erste Mal 2013 auf die Bühne und wurde seither mehrfach überarbeitet.

Presse:

Simon Weiland sinniert mit einem musikalischen Ein-Mann-Stück über die Psychologie der gescheiterten Beziehung. Sein Credo: nicht den Schuldigen suchen, sondern den Grund. (Südkurier 2020) https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/stockach/solo-fuer-den-single-simon-weiland-bringt-mit-seinem-ein-mann-theaterstueck-ueber-das-scheitern-von-beziehungen-sein-publikum-zum-nachdenken;art372461,10613434

“Weiland ist ein Goldschmied der Worte.” (Weltexpresso 2017) https://weltexpresso.de/index.php/kulturbetrieb/11204-ich-denke-also-bin-ich-ich-denk-ich-steh-im-wald

“Eine Reise ins Land der Träume mit Rückgriffen auf Wortspiele als Naturphänome.” (Gelnhäuser Neue Zeitung 2017)

„Anhand der Kain-und-Abel-Geschichte reflektiert Simon Weiland auf der Bühne über die Befindlichkeit des modernen Menschen.“ (Südkurier Konstanz 2016) https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Wenn-das-Ich-sich-emanzipiert;art372448,8547679

Literatur:

Harari, Yuval Noah: Eine kurze Geschichte der Menschheit
Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein

Copyright 2021 by Simon Weiland außer:

Die Bibel, Genesis 4. 1-16
Der verlorene Sohn (das letzte Lied in der Performance):
Text: Simon Weiland / Musik: Simon Weiland, Jona Weiland